Köstliches Streuobst aus der Uckermark

Aus uckermärkischen Äpfeln, Birnen und Quitten produzieren wir sortenreine Weine und Säfte, verschiedene Obstbrände und auch Essig.

Wir nutzen dafür alte Streuobstbestände unserer Umgebung, die wir meistens selber ernten. Die alten Sorten sind geschmacklich vielfältiger und interessanter als das moderne Plantagenobst. Den modernen Obstsorten fehlen die Gerbstoffe, die Säure und manchmal auch Bitterkeit, die wir für ein komplexes Geschmackserlebnis benötigen. Wir freuen uns, wenn Sie neugierig sind und Spaß haben Ihren Geschmackshorizont zu erweitern. Es gibt viel zu entdecken.

Die Produktionsmengen der einzelnen Chargen sind zum Teil recht klein und von Jahr zu Jahr stark schwankend. Spätfröste an wechselnden Standorten und starke jährliche Ertragsschwankungen (Alternanz) machen es uns leider nicht möglich, jedes Jahr die gleichen Produkte in planbaren Mengen herzustellen. Es kann also durchaus passieren, daß Sie den Wein, der Ihnen letzten Jahr so gut gefiel, heute leider nicht wiederfinden.

Bei alten Obstsorten ist die Vielfalt der Traditionssorten bedroht – wie auch bei anderen Nutzpflanzen oder alten Haustierrassen. Apfelsorten, die einst als die leckersten galten, werden heute nicht mehr angebaut weil sie die Lagerung in modernen Kühlhäusern nicht vertragen oder weil die Erträge zu gering sind. Wenn wir die alten, komplexen Aromen erhalten wollen, sollten wir die Früchte verwenden. Es ist wie mit alten, denkmalgeschützten Bauwerken: Ohne eine heutige Nutzung gibt es langfristig keinen Erhalt!

Wein der nicht aus Trauben gemacht wird

Für die Herstellung unserer Weine nutzen wir alte und selten gewordene säure- und gerbstoffreiche Obstsorten, die hier in der Uckermark wachsen.
Aus diesen Früchten keltern wir unterschiedliche, trocken oder feinherb ausgebaute Weine. Wir verarbeiten dabei nur voll ausgereifte Früchte, die zum Teil nach der Ernte auch noch ein paar Wochen nachreifen dürfen.

Die reifen Früchte haben nicht nur mehr Zucker, sondern auch mehr Aroma. Entsprechend erhöht ist der Alkoholgehalt unserer Weine im Vergleich zu einfachen Apfelweinen, so daß wir nur durch den Fruchtzucker der Äpfel und Birnen in „normalen“ Jahren einen Alkoholgehalt von 6,5 bis 8,5 % Vol. erreichen. In dem Ausnahmejahr 2018 waren es bis zu 10 % Vol.

In Deutschland ist in Leitsätzen festgelegt, wie der Restzuckergehalt anzugeben ist. Für Obstweine gelten leider andere Begriffe als für Traubenweine. Daher finden Sie ab dem Jahrgang 2018 „brut” als Kennzeichnung für trockene Weine in unserem Sortiment. 

Obstbrände – konzentrierte Aromen

Je nach den zur Verfügung stehenden Erntemengen produzieren wir auch Obstbrände. Auch bei den Bränden gilt, daß wir nur das verarbeiten, was vor unserer Haustür zu finden ist. Daher haben wir zum Beispiel keine Williamsbirnen im Sortiment. In der Uckermark gibt es keinen Plantagenobstbau und das Klima war in den vergangenen Jahrzehnten für viele empfindliche Birnensorten zu rauh. Es gibt jedoch andere Birnen, die sich zum Destillieren eigenen. Sie schmecken nur nicht nach den häufig kopierten Williams-Aromen.

Da wir keine eigene Brennerei betreiben, lassen wir die durchgegorenen Maischen in der uckermärker Brennerei am Dreiecksee destillieren. Nach dem Destillieren lagern wir die Brände noch 12 Monate hochprozentig bevor wie sie auf Trinkstärke herabsetzen und zum Verkauf anbieten.

Sekt der nicht Sekt heißen darf

Unsere Schaumweine sind bei uns im Hause traditionell in Handarbeit produzierte Sekte, die in Deutschland aber nicht Sekt heißen dürfen, da sie nicht aus Trauben hergestellt werden. Wir produzieren sie wie einen hochwertigen Winzersekt als Flaschengärung, die mindestens 9 Monaten dauert. Zusätzlich lassen wir aus unseren Weinen „Seccos” bei einem Dienstleister in der Pfalz mit Kohlensäurezusatz abfüllen. Der Begriff Secco ist zwar eigentlich Unsinn, man hat sich aber daran gewöhnt.

Säfte aus historischen Raritäten

Alle Früchte werden bei uns zu einem naturtrübem hundertprozentigem Direktsaft verarbeitet. Sie werden zunächst gewaschen, dann zu einer Maische gemahlen, die mit einer Packpresse abgepresst wird. Anschließend bleibt der Most (Saft) bis zum nächsten Tag in Absetztanks stehen, damit sich die meisten Trubstoffe am Boden des Fasses ablagern und wir nicht filtrieren müssen, da jede Filtration die aromatische Qualität mindert.

Aus vollreifen Früchten keltern wir sortenreine Apfelsäfte ( z. B. Bohnapfel, Cox-Orange, Eisapfel aus Croncels, Goldparmäne, Kaiser-Wilhelm-Renette ) und feine Apfelmischungen u.a. Apfel mit Birne oder mit roter Bete. Nach der Pasteurisierung bei 78’ C werden die Säfte in Flaschen abgefüllt.

Essig

Aus unseren Weinen produzieren wir hin und wieder auch Essige. Über die Auswahl des Ausgangsmaterials und der verwendeten Essigbakterien lässt sich die aromatische Qualität auch beim Essig beeinflussen. Unsere Essige haben 5,5 % Säure. Das ist der gültige Wert um das Produkt „Essig“ zu nennen. Mit weniger Säure wird es in der Deklaration zu einer „Essigzubereitung“.

Essig entsteht fast von alleine wenn man alkoholische Getränke (z. B. Bier oder Wein) der Umgebungsluft aussetzt . Ohne Sauerstoff kann kein Alkohol zu Essig umgewandelt werden. Wenn der Luftkontakt verstärkt wird und noch ein Wärme hinzukommt, beschleunigt sich die Essiggärung.